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UFO: Suche nach Leben im All – Eine 4-teilige Serie über Außerirdische und Leben auf anderen Planeten

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Aliens: Irgendwo dort draußen...


Ist unser blauer, lebensreicher Planet einzigartig im Universum?
Picture by NASA

Sternenforschung ist populärer, als man glaubt. Nur wer, um Himmels willen, tut sich das an, über so "weltfremde" Dinge nachzugrübeln wie das Universum? Science-fiction-Filme, "Raumschiff Enterprise", sicher ist das spannend. Aber in Wirklichkeit tut sich da oben doch gar nichts. Das wahre Leben spielt sich hier auf der Erde ab. Sehr viele Menschen denken genauso. Sehr viele aber auch nicht! Sonst könnten populäre Astronomie-Fachmagazine wie der "Star Observer", der von zwei österreichischen Hobby-Astronomen geleitet wird und bei uns und in der Bundesrepublik Deutschland erscheint, kaum jeden Monat zigtausende Exemplare an den Mann bringen.

Prominente wie der Entertainer Rainhard Fendrich, der Komponist Christian Kolonovits oder der italienische Sänger Umberto Tozzi sind begeisterte "Sterngucker" und glauben an Leben in anderen Galaxien. Beamten-Staatssekretär Karl Schlögel hat sogar in seinem Büro im Bundeskanzleramt an der Wand astronomische Zeitungsausschnitte hängen, und ein in der Astro-Szene wohlbekannter Wiener Taxifahrer hat sich in seiner Freizeit zum absoluten Ufo-Experten hinaufgearbeitet.

All diese Leute betreiben Astronomie als Hobby. Aber wie steht es mit einem, der sich beruflich seit Jahrzehnten mit den Sternen beschäftigt? Woran glaubt so einer, wenn man ihn einmal privat zu diesem Thema fragt? Ein Besuch beim Astronomen Dr. Ernst Göbel auf der Wiener Universitätssternwarte.

Das Uni-Observatorium in Wien-Hernals liegt in einem dunklen, durch hohe Bäume von der Stadt abgegrenzten Park. Der "Urwald", der hier, völlig sich selbst überlassen, dahinwuchert, hat einen sehr praktischen Sinn. Er soll die Teleskope vor künstlichen Störlichtern und Staub aus der Stadt abschirmen. Der Wald wirkt aber vor allem auch "dämpfend" auf die Besucher der Sternwarte. Keine Hektik ist zu spüren in dem alten Gebäude aus dem vorigen. Jahrhundert. Die Zeit, so meint man, vergeht hier aus irgendeinem Grund langsamer, Sternzeit gewissermaßen.

Dr. Göbel, ein Mann mit Habichtsaugen – streng und förmlich auf den ersten Blick – ist auf den zweiten Blick genau der leicht zerstreut wirkende Professor, den man hier erwarten würde. Mit den Fachformulierungen eines Wissenschafters bringt er den Journalisten erst einmal ungewollt zur Verzweiflung: "... hat man mit Hilfe der Spektralanalyse nach Bunsen und Kirchhoff tatsächlich erstmals NH3, also Ammoniak, und C-Verbindungen nachweisen können..."

Göbel lässt sich bremsen und mit einiger Mühe von der reinen Wissenschaft abbringen: "Das Schöne ist für mich, dass jeder Mensch auf dieser Erde ein eigenes, ganz persönliches Weltbild hat. Ob er an einen Schöpfer glaubt oder daran, dass wir die einzigen Lebewesen im Universum sind, auch welche religiösen Vorstellungen – er hat, all das ist Sache des einzelnen. Als Astronom lässt man natürlich auch die tägliche Arbeit in sein persönliches Weltbild einfließen. Das kann sehr aufregend sein, wenn man zum Beispiel neue Hinweise auf Leben findet, aber auch sehr deprimierend, wenn man sich wieder einmal bewusst wird, wie winzigklein wir doch sind und wie unwichtig für die Entwicklung des Universums."

Der Mensch, ein Stäubchen in den unendlichen Weiten des Universums
Picture by NASA

"Natürlich spielt da auch die Religion eine wichtige Rolle", gesteht Göbel. "Ich hab' Kollegen, die befassen sich nur mit dem, was sie sehen, was sie an ihren Computern berechnen können. Sie lassen keine Spekulationen zu, keinen Glauben an irgend etwas. So stellt man sich uns Astronomen in der Regel auch vor. Aber ein größer Teil von ihnen, ich zähl' mich dazu, ist anders. ,Irgendwo dort draußen gibt es sehr wahrscheinlich Leben', sagen sie und rechnen mit ihren Computern die Wahrscheinlichkeit aus. Trotzdem glauben sie an eine Schöpfung und sagen: ‚Irgendjemand hat uns und das andere Leben dort draußen geschaffen.' Man steht also vor der Wahl: Entweder man glaubt an eine Reihe von Zufällen, die zum Leben auf der Erde und schließlich zu uns Menschen führte, oder man glaubt an das bewusste Prinzip eines Schöpfers, der alle Weichen so gestellt hat."

Noch ist es eine Sache des "Glaubens", ob dort draußen im All andere Wesen existieren oder nicht. So wie Columbus erst beweisen musste, dass die Erde keine Scheibe ist. Als er das konnte, war es wie eine Revolution. Er formte damit damals das Verständnis der Welt völlig neu.

"Was für eine Offenbarung wäre das", schwärmte der Chef der amerikanischen Weltraum-Organisation NASA, Dan Goldin, vor zwei Jahren auf einer Pressekonferenz, "wenn wir morgen früh plötzlich eine außerirdische Funknachricht empfangen würden. Es würde das Streben und Denken der Menschen tief in ihrem Innern aufwühlen."

Es kann morgen früh passieren, in zweitausend Jahren oder auch gar nicht. Dr. Göbel: "Das wäre schon ein Riesenzufall, wenn gerade in unserer Zeit so eine Nachricht aufgefangen würde. Aber unabhängig davon glaube ich daran, dass es außer uns Leben im Universum gibt!"

Und dann steigt Göbel, der Wissenschafter, mit einem unbedachten Satz in ein "astronomisches Fettnäpfchen": "Leben," erklärt Göbel, "gibt es meiner Meinung nach schon. Aber höheres Leben, intelligente Wesen, mit denen wir uns verständigen könnten? Das glaub' ich nicht!"

Doch gerade dieser Schluss wäre eigentlich logisch. Auch auf der Erde haben sich ja aus primitivstem Leben intelligente Wesen entwickelt – Göbel grinst, er sieht seinen Fehler sofort ein: "Was ich da gerade von mir gegeben hab', ist ein typisch menschlicher Irrtum: Wenn wir uns etwas nicht vorstellen können oder wollen, dann sagen wir immer gleich: "Das gibt's nicht!" Und lachend korrigiert er: "Ich kann sie mir zwar nicht vorstellen, diese anderen intelligenten Lebewesen, aber eigentlich müsste es dort draußen meiner Meinung nach welche geben."


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© Eine Reportage von T. Micke (04-01-96) – Kontakt