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Dinosaurier: War der Tyrann ein Federvieh?

Neue Gewebe-Funde in 70 Millionen Jahre alten Knochen eines T-Rex ähneln denen des Vogel Strauß. Trug der Grusel-Saurier ein Federkleid?



Trug Tyrannosarus Rex Federn wie dieser Gockel in Bhutan?
Picture by T. Micke

Tyrannosaurus Rex ist für Generationen von Kindern der faszinierendste Parade-Saurier überhaupt. Kaum ein Kinderzimmer, in dem er nicht in Plastikform als spannende Abwechslung einmal in die Puppenstube oder in die Lego-Siedlung einfällt, um Angst und Schrecken zu verbreiten. Und er ist oft der Schlüssel, durch den sich die Kleinen plötzlich nach einem Museumsbesuch für Biologie, Naturwissenschaft und sogar Geschichte interessieren.

Erstaunlich, dass wir eigentlich wenig über ihn wissen. Bis heute ist zum Beispiel nicht geklärt, ob er ein Kaltblüter wie Krokodil und Eidechse oder ein Warmblüter wie Vögel und Säugetiere war. War er - nach manchen Schätzungen - 70 km/h schnell, oder konnte er nur mit 18 km/h gehen? War er braun, grün, gestreift oder bunt? Womöglich jagte und pirschte er auch gar nicht, sondern begnügte sich mit Aas. Vor etwa einem Jahr bewiesen chinesische Paläontologen schließlich, dass manche Saurier tatsächlich so etwas wie ein Federkleid trugen. Vielleicht auch Grusel-Saurier wie T-Rex und Co.? Das furchterregendste Tier der Kreidezeit mit Daunenröckchen? Unvorstellbar, aber durchaus möglich.

Hauptgrund für all diese Unwissenheit ist, dass der T-Rex schon seit 65 Millionen Jahren tot ist und man meist nur versteinerte Knochen von ihm findet. Und selbst die sind äußerst selten sowie meist unvollständig. Bis heute wurden zum Beispiel erst drei komplette Tyrannosaurus-Schädel ausgegraben. Und wenn die Forscher neue T-Rex-Knochen finden, dann tun sie ihr Möglichstes, sie im Ganzen zu konservieren, statt sie zu zerlegen, wie es jetzt ein Team von US-Forschern in Montana getan hat. Mary Schweitzer und Jack Horner entdeckten dabei aber wahrscheinlich eine Sensation: Aus einem Tyrannosaurus-Hüftknochen holten sie noch weiches, elastisches Gewebe, das wie Blutgefäße und Knochenzellen aussieht und dabei unter dem Mikroskop faszinierende Ähnlichkeit hat mit Zellmaterial von Straußen-Vögeln.

Obwohl nicht auszuschließen ist, dass der erstaunliche Fund gar nicht vom Dinosaurier stammt, rotiert bereits die Forscherwelt mit Spekulationen. Wird man in anderen, viele Millionen Jahre alten Knochen ebenfalls weiches Gewebe finden, wenn man sie öffnet? Sind die eierlegenden Dinosaurier doch die direkten Vorfahren unserer heutigen Vögel, waren daher warmblütig und deshalb zumindest teilweise gefiedert, um die Körpertemperatur hoch zu halten? Könnte man womöglich, wenn man Tyrannosaurus-DNA in diesem Knochengewebe findet, irgendwann wie im Film "Jurassic Park" den ausgestorbenen T-Rex wiederbeleben?


Prof. Mary Schweitzer im Interview: "Selbst wenn wir die DNA gewinnen könnten, halte ich es für völlig ausgeschlossen, dass so etwas machbar ist. Dass der T-Rex hingegen so etwas wie Federn hatte insbesondere seine Jungtiere, ist sehr gut möglich."

Spielzeughersteller werden ihren erfolgreichen Kinderzimmer-Schreck aber vermutlich weiterhin ohne Federn anbieten...


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© Eine Reportage von T. Micke (10-04-05) – Kontakt