Welt-Bildung

Totale Sonnenfinsternis – Die Serie zum Jahrhundertereignis vom August 1999

NACHLESE INDEX
- Servus-Magazin

- Abenteuer/Reise
- Allgemeinwissen
- Astronomie/Weltall
- Forschung/Hitech
- Fun Stuff/Verrücktes
- Gesund/Umwelt
- Historisches/Antike
- Hobby/Kochen
- Pflanzen/Tiere
- Politik/Wirtschaft
- Sport/Extremsport
- Testautos/Autotests

- Fotos/Bild-Archiv

Translation

Traduction


- Weltbildung-Weblog
- Coole Surftipps
- Über Welt-Bildung
- FAQs/Leserbriefe
- Home/Startseite


Totale Sonnenfinsternis: Ich sehe was, was Du nicht siehst

Allerlei Mystisches wird rund um die Sonnenfinsternis ge­deutet. Wahrsager, Ufologen und Sekten haben Hochsaison.



Ominöse Ufo-Bilder geisterten vor allem in den 60er Jahren des vorigen Jahrhunderts durch die Medien

Was soll man davon halten, dass allein bei unseren deutschen Nachbarn derzeit rund 2500 Sekten auf die Apoka­lypse, das Jüngste Gericht, das Ende der Welt warten, über "Lichtleitern" am Ta­ge X in den Himmel aufstei­gen oder vor dem Inferno in einem "göttlichen Ufo" ent­kommen wollen?

Primar Dr. Werner Schö­ny, Leiter der Landesner­ven-Heilanstalt in Linz: "Die meisten Leu­te lächeln über diese Art Endzeitstimmung, aber la­bile Menschen, die gerade unglücklich sind, können durch Sonnenfinsternis und Jahrtausendwechsel für psychische Probleme anfäl­lig sein. Wir rechnen für den Zeitpunkt der Sonnen­finsternis sogar mit einem Anstieg der Selbstmordrate. Der Mensch hat ein Bedürf­nis nach letzter Erkenntnis. Der eine findet sie in der Religion, der andere bei sol­chen ‚Propheten', wie sie derzeit überall vermehrt agieren."

Ein wenig zu "propheten­haft" muten auch die Pro­gnosen des Wiener Wirtschaftsastrologen (?!) Man­fred Zimmel an, der erklärt, die Sonnenfinsternis warne die Menschheit vor einem weltweiten Börsencrash zwischen dem 9. August und Mitte September 1999. Monika Rosen, Wertpa­pier-Expertin für die "Bank Austria" dazu: "Als letztes Jahr die Russland-Krise aus­brach und die Börsen in den Keller stürzten, hat uns lei­der keine Sonnenfinsternis gewarnt. Aber ich bin sicher, man kann bei Bedarf für jeden Crash die passende Sternenstellung finden..."

"Ich sehe was, was du nicht siehst", also. – Das Kinderspiel als Neuauflage für Hellseher. Viel Unfug wird da im Umfeld von Fin­sternis und Jahrtausendwechsel mit der Gutgläubig­keit (und dem Geld) vieler Menschen getrieben. So lässt sich wohl auch erklä­ren, warum ein Test der be­rühmtesten zehn US-Wahr­sager, die mehr als 300 "Prophezeiungen" für die Jahre 1976 bis 1979 ablie­ferten, in einem peinlichen Fiasko endete: Nur vier der Vorhersagen trafen ein.

Sowohl die ehemalige So­wjetunion als auch die USA hatten allerdings, wie inzwi­schen bekannt wurde, wäh­rend des sogenannten "Kal­ten Krieges" Spezial-Pro­jekte zum Thema "Über­sinnliche Wahrnehmung" oder auch "Kontaktaufnah­me zu außerirdischen We­sen" laufen, die zumindest aufhorchen lassen: Aus die­ser Zeit stammen zum Bei­spiel die seltsamen Ge­schichten um die berühmte "Area 51", einem militäri­schen Sperrgebiet in der Wüste Nevadas, von dem gerade in diesen Tagen wie­der gemunkelt wird, der Ge­heimdienst führe dort Experimente an abgestürzten Ufos durch. Der revolutio­näre Tarnkappen-Bomber, den die USA zuletzt im Ko­sovo-Krieg einsetzten, sei demnach aus Ufo-Resten weiterentwickelt worden.

Bestätigt ist hingegen, dass es in derselben Ara eine eigene Abteilung innerhalb des Spionagedienstes der USA gab, die unzählige Ex­perimente im Bereich der Parapsychologie und der übersinnlichen Wahrneh­mung an medial begabten Menschen durchführte, um sogenannte PSI-Spione zu trainieren. Agenten, also, die beispielsweise im Stan­de gewesen sein sollen, durch Gedankenkonzentra­tion die Absichten und Plä­ne des Feindes zu lesen oder sogar elektrische Anlagen wie Radarstationen und Sa­telliten unschädlich zu ma­chen.

Die jahrelange Existenz einer solchen wohl auch mit Kosten verbundenen Abtei­lung gibt schon ein bisschen zu denken, da man anneh­men kann, dass die Ameri­kaner beim Rüstungswett­lauf gegen Russland sehr zielsicher und erfolgsorien­tiert vorgingen.


< Lesen Sie in Teil IX dieser Serie: Die schwarze Sonne als Souvenir

© Eine Reportage von T. Micke (08-08-99) – Kontakt