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Totale Sonnenfinsternis – Die Serie zum Jahrhundertereignis vom August 1999

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Sonnenfinsternis total: Feuer auf der Netzhaut


Das Anlegen der Schutzbrillen ist vor dem Blick in die Sonne unbedingt notwendig! Sicherstellen, dass bei Kindern die brille richtig sitzt.
Picture by T. Micke

Jedes Kind, das ein­mal eine Lupe in die Finger bekommen hat, weiß, dass man damit herrlich zündeln kann:
1. Lupe in die Sonne halten und auf ein Blatt Papier oder einen Grashalm richten.
2. Die Distanz der Lupe so einstellen, dass nur ein kleiner Lichtpunkt auf den Gegenstand fällt (das nennt man "fokussieren"), und schon brutzelt und raucht es, dass die Mutter entsetzt angelaufen kommt und fragt, was da so stinkt.

Der eine oder andere hat dann auch ausprobiert, was passiert, wenn man statt des Papiers die Hand hinhält. Eine schmerzhafte Angelegenheit, bei der man von der Mutter mit der Brandsalbe noch hören muss, wie dumm das doch eigentlich war.

Genauso "dumm" ist es, wenn man direkt in die Sonne schaut: Der Augenmuskel übernimmt automatisch das Fokussieren, und schon "brutzelt's" auf der empfindlichen Netzhaut. Nur schaut kein Lebewesen freiwillig länger als Sekundenbruchteile direkt in die Sonne. Der Blick in die Feuerkugel tut weh. Das Auge schützt sich selbst. Man schaut von alleine weg.

Nur bei einer Sonnenfinsternis, da ist die Neugier oft größer als die Vorsicht: Bei der Finsternis von 1912 erlitten allein in Deutsch­land mehr als 3000 Menschen bleibende Augenschäden. Und sogar noch 1970, als man alles über die Wirkung des Lichts wusste, ver­loren 145 Menschen in den USA bei dem gleichen Ereignis weitgehend ihr Augenlicht.

Prof. Heinz Freyler, Chef der Uni-Augenklinik Wien und Vorstandsmitglied der Gesellschaft Österreichischer Augenärzte, hat sich daher gemeinsam mit mehreren Kollegen an die "Kronen Zeitung" gewandt, um rechtzeitig vor dem 11. August Alarm zu schlagen und durch geeignete Schutzbrillen Augenschäden, die sich nicht mehr vom Arzt behandeln lassen, vorzubeugen.


Hier die Antworten auf die häufigsten Fragen zum Thema Augenschutz:
  • Wann soll man die Schutzbrille aufsetzen?
    Die Schutzbrille muss vor jedem direkten Blick in die Sonne aufgesetzt werden.
  • Wann ist die Schutzbrille nicht sinnvoll?
    Während der rund zwei­minütigen totalen Finsternis, also wenn der Mond die Sonne vollständig (!) verdeckt. Außerdem: Sobald man nicht mehr die Sonne beobachtet. Denn man sieht sonst nichts. Die Verdunkelung der Spezialfolie ist viel stärker als die einer Son­nen- oder Gletscherbrille (Diese auf keinen Fall zum Beobachten verwenden!).
  • Warum ist das "berühmte" russgeschwärzte Fensterglas schlecht?
    Weil die unsichtbare Infrarot-Strahlung der Sonne dennoch das Auge trifft und Netzhaut-Schäden verursacht. Das Teuflische daran: Man spürt nichts, da die Netzhaut selbst völlig schmerzunempfindlich ist.
  • Kann man mit Fernrohr oder Feldstecher die Sonne beobachten?
    Nein! Die Linsen verstärken die Sonnenstrahlen wie eine Lupe, die sich dann auch durch eine Schutzbrille ins Auge brennen. Schäden sind garantiert. Einzige Ausnahme: Geräte mit speziellem Objektiv-Filter.

    Für Kleinkinder, die ganz besonders gefährdet sind und für die die üblichen Schutzbrillen zu groß sind, hat der burgenländische Amateur-Astronom Gerhard Rehak eine Brille zum Selberbasteln entwickelt:
    1. Einen breiten Streifen Papier um den Kopf legen.
    2. Einen Stützstreifen von der Stirn bis zum Hinterkopf führen und festkleben.
    3. Ohren-Bereich ausschneiden.
    4. Augenfenster ausschneiden und eine Sonnenfilter-Folie (gibt's beim Optiker) sorg­fältig darüberkleben. Aber aufpassen: Beschädigte Folien auf keinen Fall benützen.


< Lesen Sie in Teil V dieser Serie: Das geraubte Licht

© Eine Reportage von T. Micke (04-08-99) – Kontakt