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Dirk Auer: Der echte Daniel Düsentrieb

Verrückt: 150 km/h auf Inline-Skates, angetrieben von einem Flugzeug-Düsenantrieb.



Skate-Alien Dirk Auer in Startposition vor dem Zünden seines Triebwerks
Picture by Christiane Müller/Adventure Press

Daniel Düsentrieb, Walt Disneys schlauer Erfinder aus Entenhausen, dem keine Idee zu verrückt oder zu utopisch ist, heißt eigentlich Dirk Auer und ist Maschinenbau-Student in München.

Dass der 30-Jährige verrückt und mutig genug ist, um mit seinen Inline-Skates und einer selbst gebauten Spezialvorrichtung im Höllentempo eine Achterbahn abzufahren, das konnten Millionen verblüffte TV-Zuschauer schon bei "Wetten, dass..?" sehen.

Jetzt wollte Dirk Auer wissen, wie sich ein Jumbojet fühlt, dem der Kapitän nach dem Startsignal zum Abheben auf der Flughafenpiste vollen Schub aus den Jet-Turbinen gibt.

Der Skate-Fanatiker baute in seiner Garagenwerkstatt volle sieben Monate lang an einem möglichst leichten Turbinen-Rucksack, den er mit zwei jeweils 40 PS starken Düsentriebwerken von einem Flugzeugmodellbau-Spezialisten bestückte und einen 12 Liter fassenden Tank für Kerosin integrierte. Solcherart ausgestattet, geschützt mit einer Ledermontur, Protektoren, einem Hochgeschwindigkeitshelm und auf seinen mit je sechs Rollen bestückten Spezialschuhen, verwandelte sich Dirk Auer nun vor einigen Tagen auf der Formel-1-Strecke Hockenheimring in Dirk Düsentrieb.

Als er seinen Jet-Motor über einen Schubregler in der rechten Hand auf 100.000 Umdrehungen pro Minute brachte, nahmen die umstehenden Zuschauer trotz Ohrenstöpsel Reißaus: "Es war unerträglich! Das klang wirklich, wie wenn eine Linienmaschine neben uns starten würde!", beschreibt Fotografin Christiane Müller den brüllenden Lärm der Turbinen.

Dirk Auer schilderte sein verrücktes Glücksgefühl so: "Im ersten Moment glaubst du, es passiert gar nichts. Aber dann, wenn die Aggregate annähernd die volle Leistung bringen und die Luftstrahlgeschwindigkeit etwa 1200 km/h erreicht, entwickelt der Motor eine absolut irre Beschleunigung. Da lässt man jedes Auto stehen..."

150 km/h auf Inline-Skates dank Dirk Auers 80-PS-Düsentriebwerke
Picture by Christiane Müller/Adventure Press

Vorsichtig sein musste der Düsen-Skater, der Tempo 150 und deutlich mehr schon vom Nachziehen hinter einem Motorrad und einem Porsche-Sportwagen kannte, ganz besonders beim Losfahren und beim Stehenbleiben: Wenn nämlich die Aggregate einmal gezündet waren, musste er sich relativ schnell in Abfahrtshocke begeben, um die Triebwerke in Fahrtrichtung zu bringen, weil der Asphalt auf der Rennpiste vom Hunderte Grad heißen Luftstrahl sofort zu schmelzen begann.

Beim Bremsen tauchte dann das Problem auf, dass sich der Stopper-Gummi schon nach der zweiten Testfahrt aufgelöst hatte und daher die Funken von der nackten Aluminium-Kufe stoben.

Dirk: "An der Lösung dieses Missstands arbeite ich bereits. Ich werde wie bei den Dragster-Autos noch einen Bremsfallschirm in den Rucksack einbauen, den ich dann per Reißleine mit der Hand auslösen kann. Außerdem habe ich schon zwei stärkere Aggregate aufgetrieben."

Die neuen Düsen-Jets leisten dann statt der insgesamt 80 PS seines ersten Prototypen gemeinsam 200 PS. Damit will der waghalsige Student dann die Schallmauer von 200 km/h knacken. Das allerdings ebenfalls auf abgesperrter Rennstrecke. Nicht auszumalen, wie wohl die Autobahnpolizei schauen würde, wenn auf einem ihrer Radarfotos nur ein Inlineskater von hinten zu sehen wäre...


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© Eine Reportage von T. Micke (14-09-03) – Kontakt