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Homöopathie & Co.: Medizin, die keiner versteht

Es gibt Mittel, die helfen, und keiner versteht, warum. Forscher sind auf der Suche nach Antworten auf Homöopathie, Bachblüten und Rostock-Essenzen.



Glockenblumen mit Tau im morgendlichen Sonnenlicht
Picture by T. Micke

Ausstrahlung hat sie tatsächlich, die steirische "Wasserhexe" Nicola Wohlgemuth. Das merkt man auch, wenn man sich selbst nicht für empfänglich gegenüber Schwingungsmedizin, Esoterik, Grander-Wasser oder Bachblüten-Essenzen hält. Das Lachen der 32-Jährigen, die in der Nähe von Graz ihre Praxis für energetische Lichtarbeit führt, ist ansteckend, und zumindest das wird auch von hartgesottenen Schulmedizinern als heilsam anerkannt.

Anerkannt sind auch die von ihr mit Hilfe spezieller Steine, Heilwasser und Sonnenlicht hergestellten nach einer steirischen Alm benannten "Rostock-Essenzen". Allerdings hauptsächlich von Kundinnen und Kunden. Darunter viele, die an der Behandlung ihrer Leiden mit herkömmlicher Medizin gescheitert sind und sie jetzt offenbar erfolgreicher mit dem Rostock-Gemisch aus Alkohol, Wasser und ganz besonderen Schwingungsenergien bekämpfen.

Im Warenverzeichnis der österreichischen Apotheken sind Frau Wohlgemuths kleine Fläschchen und Phiolen zu finden. Und in der Petrus-Apotheke am Wiener Erdberg hört man, dass die Kunden mit der Wirkung der anempfohlenen Schwingungsessenzen aus der Steiermark zufrieden zu sein scheinen.

Was wirklich in den für jeden Patienten speziell zusammengemischten Rostock-Tropfen gegen Heuschnupfen, Knochenbrüche und Allergien, aber unter anderem auch für Selbstbeherrschung, Lernerfolg und Gerechtigkeit steckt (nähere Infos unter 0316/699 55 00), lässt sich noch nicht so genau sagen. Aber da tun sich viele Ärzte auch mit der inzwischen weithin akzeptierten Homöopathie noch immer schwer: Was soll man sich darunter vorstellen, wenn eine Substanz so stark verdünnt wird, dass eigentlich nicht mehr die Substanz selbst in dem Mittel enthalten ist, sondern nur noch ihre Bio-Information, ihre Schwingung? Und diese wirkt dann positiv auf die schlechten Schwingungen des erkrankten Körpers ein.

Rostock-Essenzen schlagen im Bioinformationsresonator kräftig an
Picture by Rostock-Essenzen

Das Ludwig-Boltzmann-Institut für Biosensorik, das vor Jahren unter Dr. Erhard Busek in Lieboch (Stmk.) eingerichtet wurde, befasst sich gezielt mit solchen Phänomenen: Essenzen und andere Mittelchen, die offenbar nur durch ganz spezielle, zielgerichtete Schwingungsenergie zu heilen imstande sind. Institutsleiterin und Quanten-Physikerin Dr. Noemi Kempe, hat die Rostock-Essenzen mit einem so genannten Bio-Informationsresonator untersucht und attestiert ihnen einen "starken und stabilen Informationsgehalt": "In erster Linie sind es bestimmte elektromagnetische Schwingungen, die in diesen Essenzen wirken. Wenn da noch etwas anderes ist, wissen wir es nicht. Unter unseren Testpersonen sprachen Kinder besonders gut auf diese Mittel an und Psychosomatiker, bei denen sonst nicht viel hilft."

Licht und Edelsteine (hier ein Bergkristall) spielen bei der Wirkung der Rostock-Essenzen offenbar eine große Rolle
Picture by T. Micke

Nüchtern denkenden Kritikern erklären Anhänger solcher Behandlungsmethoden die Wirkungsweise so: Jeder Gegenstand, jedes Lebewesen besitzt Schwingungen, sogar jedes Organ hat seine eigenen Schwingungen. Wenn diese Schwingungen (zum Beispiel der Leber oder des Herzens) aus dem Lot geraten, müssen sie wieder eingerichtet werden. Ein gutes Hilfsmittel dazu ist Wasser: Der menschliche Körper besteht zu 78 Prozent daraus. Wasser kann Information, kann Schwingungen aufnehmen. Wasser, das Heilschwingungen hat und dem Körper zugeführt wird, gibt seine Informationen weiter und kann so zu einer Heilung beitragen...

"Erlaubt ist, was wirkt", sagen viele Therapeuten und schließen sich damit der Meinung ihrer Patienten an. Trotzdem wird es an seriösen Forschungseinrichtungen wie dem Ludwig-Boltzmann-Institut liegen, der Wirkungsweise solcher Medikamente auf den Grund zu gehen, damit nicht nur der Glaube an sie heilt. Schließlich haben nicht nur die Naturheilkunst, sondern auch Quacksalber und Scharlatane überall auf der Welt eine sehr lange Tradition.


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© Eine Reportage von T. Micke (30-11-03) – Kontakt