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Die Nachricht verbreitete sich vor einigen Tagen wie ein Lauffeuer unter Astronomen und Alien-Jüngern: Gar nicht weit weg von unserer Erde im Sternbild Waage gibt es eine "Sonne" (vom Typ Roter Zwerg, M), um die drei Planeten kreisen. Bei einem davon sind die Bedingungen so gut, dass auf seiner Oberfläche eine Temperatur von etwa 0 bis 40 Grad Celsius herrschen dürfte. Wenn jetzt noch Wasser und eine Atmosphäre nachgewiesen werden können, sagen viele Experten, wäre es möglich, dass sich dort auch Leben entwickelt hat.
Das Dumme ist nur: "Erde II" ist zwar in astronomischen Dimensionen nur einen Katzensprung entfernt, aber 20,5 Lichtjahre sind mit heutigen Fortbewegungsmitteln immer noch eine Ewigkeit: Mit ein paar Planeten-Tricks könnte man ein Raumschiff oder eine Sonde im All durchaus auf 20 Kilometer pro Sekunde beschleunigen – das sind immerhin 72.000 km/h. Dann würde die Reise zu "Gliese 581-c" aber immer noch 307.000 Jahre dauern. Ohne Beamen wird also vermutlich nichts mit: "Gemma Aliens schauen!"
Wie also wollen die Forscher dann herausfinden, ob sich dort oben irgendetwas tummelt? Prof. Werner Weiss vom Astronomischen Institut der Uni Wien im Interview: "Man könnte in den Lichtspektren, die von Gliese 581 zu uns gelangen, mit sehr viel Glück und Geduld den ,Fingerabdruck' von Wasser finden, wenn es vorhanden ist. Vielleicht sogar den von Substanzen wie Stickstoff, Methan oder Schwefel, was zumindest bei uns auf der Erde untrügliches Zeichen für Leben ist. Aber die Existenz möglicher Lebenwesen ist nicht direkt nachzuweisen".
Dafür darf man aber ein bisschen spekulieren, wie Leben auf Gliese 581-c aussehen könnte: Ein Jahr auf dem Planeten dauert nur 13 Tage. In dieser kurzen Zeit kreist er einmal um seinen Stern. (Unsere Erde braucht dafür 365 Tage und 6 Stunden.) Gliese 581-c ist fünfmal so schwer wie die Erde und vermutlich etwa eineinhalb Mal so groß. Sollte sich auf seiner Oberfläche tatsächlich erdähnliches Leben entwickelt haben, ist völlig unklar, in welchem Stadium es sich befindet, weil man nicht weiß, wann es begonnen hat: Würde man auf einfache Mikroorganismen und Einzeller stoßen wie in der Lebensblüte unseres Planeten oder doch auf Wesen, gegen die wir Menschen wie primitive Amöben wirken?
Eine Frage des Timings. Denn, wären "frühreife" Außerirdische vor zwei Milliarden Jahren auf einen Sprung bei uns vorbei gekommen, hätten sie vermutlich enttäuscht auf der Ferse kehrt gemacht und gesagt: "Schauen wir am besten in – sagen wir – drei Milliarden Jahren wieder vorbei. Vielleicht ist ja dann etwas aus diesen Bakterien geworden..."
Wären die "Gliesianer" so weit entwickelt wie wir Erdlinge, dann würden auf dem Planeten Kriechwesen und Klumpfüßler dahinschlurfen, die sich gegen eine 4- bis 5-fache Anziehungskraft stemmen müssen. Vögel und hohe Bäume hätten es verdammt "schwer", und wir Menschen würden vermutlich mit ungeheuren Muskeln über den Boden robben.
Zurück zur seriösen Forschung: Auch Österreich beteiligt sich aktiv an der Suche nach lebensfreundlichen "Erd-Zwillingen" im All. An Bord des europäischen Satellitenteleskops "Corot", das seit Dezember 2006 in einer Erdumlaufbahn durch Lichtmessungen gezielt nach solchen Exo-Planeten sucht, befindet sich ein Computersystem zur Bildverarbeitung "made in Austria" und auf dem Dach des Wiener Astronomischen Instituts eine drei Meter große Parabol-Antenne, die über eine von weltweit vier Bodenstationen Kontakt zum neuen Weltraumfernrohr hält.
Prof. Weiss, Vorsitzender der Arbeitsgruppe: "Das Gerät ist so genau, dass wir die Lichtveränderung bemerken würden, die eine Gelse beim Vorbeifliegen an der riesigen Flutlichtanlage eines Fußballstadions verursacht.
Offenbar nichts anderes, als wenn im "Scheinwerferlicht" einer Sonne ein winziger Planet wie unsere Erde "vorbeisurrt"...
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