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Schon in fünf Jahren soll nun Ares, der Nachfolger der ausgedienten, fehleranfälligen Space Shuttle erstmals zur Raumstation ISS fliegen. Und im Jahr 2018 wird, wenn es nach NASA-Boss Michael Griffin und den ambitionierten Plänen von Noch-Präsident George Bush geht, mit demselben, allerdings aufgestockten Gerät, erstmals im 21. Jahrhundert ein Mensch die Mondoberfläche betreten. Ein Amerikaner, falls nicht ausgerechnet die Chinesen, die schon heuer schon drei "Taikonauten" im All hatten, dem Mondpionier USA zuvorkommen.
Da geben die Amis ganz ordentlich Gas, wenn man bedenkt, dass vorsichtige Schätzungen eine erneute Mondlandung noch vor ein paar Jahren frühestens für 2030 angesetzt hatten, weil ja die gesamte Technologie, die seit den Apolloflügen der 60er und 70er Jahre nicht mehr weiterverfolgt wurde, völlig neu entwickelt werden muss und die Shuttle immer nur für "Hüpfer" in die äußere Erdatmosphäre gebaut waren. Genau hier liegt allerdings der Trick. Denn die NASA wird in vielen Punkten auf Altbewährtes zurückgreifen und damit ihren Weg zurück zum Mond abkürzen.
Das einst so zukunftsweisende, lässig wirkende Design eines "Weltraumflugzeugs", wie es die Space Shuttle zu sein schienen, wird wieder dem alten Zigarren-Sardinendosen-Konzept der Apollo-Raketen weichen, das auch Russland nach wie vor mit sehr großem Erfolg verwendet: Eine mehrstufige Rakete, an deren Spitze eine kegelförmige Raumkapsel mit bis zu sechs Astronauten sitzt. Allein diese Positionierung erhöht die Sicherheit für die Passagiere im Vergleich zum Shuttle auf das Zehnfache.
Beim Startantrieb greift man auf die Feststoffraketen von Challenger und Co. zurück, und die Endstufe wird mit einem der bisherigen Shuttle-Wasserstoffmotoren befeuert. Dieses System reicht aus, um ab 2010 ins Orbit zur Raumstation ISS zu fliegen. Die Rückkehr erfolgt in besagter, bis zu zehn Mal wiederverwendbarer Kapsel, wobei das Wegstück nach Eintritt in die Atmosphäre wie zu Zeiten der Bee Gees ganz altmodisch, aber sicher an drei Fallschirmen baumelnd, bewältigt wird.
Für die bemannte Reise zum Mond und später auch zu unserem Nachbarplaneten Mars braucht es ein etwas umfangreicheres System. Genügte zu Apollo-Zeiten eine riesige Rakete, um Astronautenkapsel, Mondorbiter und Mondlandefähre ins All zu hieven, so wird man dafür 2018 zwei Raketen ins Orbit schießen. Die eine mit vier Mann und dem bis dahin bewährten System, das die ISS anfliegt. Die andere unbemannt mit Orbiter und Landefähre an Bord. In der Erdatmosphäre wird dann die bemannte Kapsel an die eigentliche Mondrakete andocken und die Reise fortsetzen.
Zwei wichtige Weiterentwicklungen wird der geräumigere Apollo-Nachfolger aufweisen: Der Orbiter, der während der Mondmission mitsamt der Raumkapsel in einer Bahn um den Mond kreist, während die vierköpfige Crew mit der Landefähre unterwegs ist, muss nicht mehr bemannt sein wie etwa bei der ersten Mondlandung, wo sich Neil Armstrong und Buzz Aldrin auf dem Erdtrabanten die Füße schmutzig machen durften, während Michael Collins oben stundenlang die Stellung halten musste. Und: Mondkapsel und Landefähre werden mit Flüssiggas (Methan) betrieben, weil dieser Treibstoff bei noch späteren Missionen, wenn eine fixe Mondbasis eingerichtet ist, aus Mondstaub (Regolith) gewonnen werden kann. Man darf gespannt sein, was Chinesen und auch Europäer dem entgegensetzen werden.
Hat sich also seit den 60er Jahren am technischen Grundkonzept des bemannten Mondflugs und an der Tatsache, dass es sich eigentlich wieder um einen Nationen-Wettlauf handelt, nichts verändert, so gibt es doch einen großen Unterschied: Das Motiv für den Prestige-Kampf ist nicht mehr, politische und militärische Allmacht zu zeigen wie einst gegen die gefürchteten Russen. Es geht viel mehr darum, technologische und wirtschaftliche Überlegenheit zu demonstrieren (China) bzw. zu zementieren (USA). Nicht zuletzt ist ja auch der Mond eine riesige Quelle wertvoller Rohstoffe, und wer sie zuerst anzapft, hat gute Chancen auch die in ferner Zukunft erblühende Mondwirtschaft zu beherrschen.
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