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Mann auf dem Mond: Ein (zu) großer Sprung für die Menschheit

Bemannter Raumflug zu Mond oder Mars? Eine Zukunftsvision, die frühestens in zehn Jahren wieder möglich ist. Die Eroberung des Alls ist in eine Zeit vor 1969 zurückgefallen.



Take-Off der Space Shuttle-Raumfähre Columbia
Picture by NASA

"Es ist nur ein kleiner Schritt für mich, aber ein großer Sprung für die Menschheit", soll Neil Armstrong sinngemäß in sein Funkgerät philosophiert haben, als er vor seinem Kollegen Buzz Aldrin von der Leiter der Mondlandefähre "Eagle" als erster Mensch am 20. Juli 1969 auf den staubigen Erdtrabanten hinunterstieg. Und US-Präsident Johnson erklärte in seiner Ansprache, dass das Projekt "Apollo" in sich die Verheißung auf bedeutende wissenschaftliche und zivilisatorische Vorteile berge...

Heute, im Jahr 2002, spricht kein Mensch mehr von den bemannten Flügen zum Mond. Die Öffentlichkeit nicht, weil sie die damalige Glanzleistung als das sieht, was sie in Wirklichkeit war: Ein russisch-amerikanischer Prestige-Wettlauf, bei dem es hauptsächlich darum ging, als Erster um jeden Preis einen Gipfelsieg zu erringen. Und die NASA-Experten nicht, weil sie wissen, dass man jetzt, Anfang des 21. Jahrhunderts, von einem bemannten Mond-Flug so weit entfernt ist, dass es gut zehn Jahre dauern würde, um zumindest die damaligen Pionierleistungen von Armstrong, Aldrin und Co. zu wiederholen.

Knapp 400. 000 Kilometer ist der Mond von der Erde entfernt. Im Vergleich dazu nimmt sich die Reichweite des Spaceshuttles mit 650 Kilometern (nur 1,6 Tausendstel der Erde-Mond-Strecke!) geradezu lächerlich aus. Selbst die im Testbetrieb vor einigen Wochen verglühte derzeit "stärkste Rakete der Welt" (Ariane 5-Plus), auf die die europäische Weltraumbehörde ESA so stolz war, schafft nicht einmal ein Drittel der Nutzlast, die seinerzeit, 1969, schon die legendären Saturn-V-Raketen der Apollo-Missionen befördern konnten und damit Mensch, Mondlandefähre und Mondauto zu transportierten. Dennoch werden die Kurztrips zur Raumstation ISS, wo in 400 Kilometer Höhe noch immer die Erdanziehungskraft die Satelliten in ihrer Bahn hält, heute fast wie Weltraum-Routine-Odysseen verkauft, und der so genannte "Weltraum"-Tourismus ins erdnahe Orbit wird in den nächsten Jahren voll einsetzen.

US-Astronaut Alan Bean mit der NASA-Mondlandefähre von Apollo 12 auf dem Mond
Picture by NASA

Aber was ist in den 30 Jahren geschehen, dass ein US-Journalist mit diesen ernüchternden Zahlen in der Hand jetzt ernsthaft behauptet hat, die Mondlandungen hätten gar nie stattgefunden, wären in der Wüste Nevadas bloß filmgerecht von Hollywood und NASA inszeniert worden? "Die Luft war danach einfach heraußen", erklärt Mondmann Buzz Aldrin, der jetzt selbst Präsident einer Firma für Weltraumtourismus ist: "Das öffentliche Interesse sank beinahe auf den Nullpunkt und nach vollbrachter Tat dementsprechend schnell auch das Budget der NASA. Heute versuchen wir, das Weltraumprogramm, die Flüge zur Raumstation ISS und später auch bemannte Projekte in Richtung Mond und Mars mit Hilfe privater Investoren wieder zum Laufen zu bringen. Leider ist es wirklich so: Bemannte Flüge zum Mond, wie der meinige seinerzeit, sind in weite Ferne gerückt. Die letzten beiden Saturn V stehen eingemottet im Museum." Dr. Klaus Pseiner, Chef der "Austrian Space Agency" dazu: "8 bis 10 Jahre für eine bemannte Mond-Mission, 10 bis 14 Jahre bis zum Mars. Es fehlt in den derzeitigen Weltraumprogrammen einfach an wesentlichen Dingen, die seit den Apollo-Missionen nicht mehr verfolgt wurden. Wenn wieder echtes, politisches Interesse an solchen Projekten besteht, müssen wir dort ansetzen, wo die Amerikaner 1972 aufgehört haben."


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© Eine Reportage von T. Micke (19-12-02) – Kontakt