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Countdown: Himmelfahrtskommando zum Mars

Der Countdown läuft: 2031 soll erstmals ein Mensch einen anderen Planeten im Universum betreten. Das hat nun die NASA fixiert. Die Vorbereitungen für die wohl riskanteste Reise aller Zeiten laufen. Denn der Mensch wird sich selbst unterwegs das größte Risiko sein.



So stellt sich NASA-Illustrator Pat Rawlings die erste Stadt auf dem Mars vor
Picture by NASA/Pat Rawlings

Genau 70 Jahre nachdem mit dem Russen Juri Gagarin der erste Mensch ins All geflogen ist, soll es so weit sein: Nach sechsmonatigem Flug von ihrem Heimatplaneten Erde wird eine vermutlich dreiköpfige Crew von Astronauten erstmals in der Geschichte der Menschheit einen fremden Planeten betreten. Erstmals wird man dazu das vertraute Schwerkraftsystem Erde-Mond verlassen haben. Erstmals werden Menschen auf diesem Flug die bedrückende Schwärze des interplanetaren Raums zu spüren bekommen. Ein großer Schritt für die Menschheit... – auch wenn uns hier unten mit beiden Beinen fest im Leben ganz andere Probleme viel wichtiger sind.

Nicht zum ersten Mal wird eine Astronautencrew mit dem Gedanken spielen, auf ein Himmelfahrtskommando geschickt worden zu sein, auf eine Reise ohne Wiederkehr. Gagarin wird dieses Gefühl 1961 gehabt haben. Die Helden diverser Apollo-Mondmissionen ebenfalls. Astronaut ist ein Beruf, der Risiken mit sich trägt. Und selbst wenn die Missionen rund um die Raumstation ISS in Zeiten von Weltraumtouristen oft wie öde Routine wirken, bergen auch sie permanent tödliche Gefahr.

Test eines Weltraumautos für Mond und Mars in der Wüste von Arizona
Picture by NASA

Großes, unberechenbares Risiko wird bei der Mars-Mission 2031 aber auch von bisher eher vernachlässigter Stelle drohen. Dauerten die Apollo-Missionen zum Mond von Start bis Rückkehr zur Erde acht bis zwölf Tage, so wird die Reise zu unserem Nachbarplaneten zwei volle Jahre dauern. Salopp gesagt: reichlich Zeit, um sich lieben und hassen zu lernen. Reichlich Zeit, um Moralvorstellungen und Werte, die daheim auf der Erde ungeschriebene Gesetze sind, zu vernachlässigen. Bis es in 23 Jahren ernst wird, wird es noch jede Menge Simulationen geben, die das lange Leben auf engstem Raum erproben und erleichtern sollen. Aber letztlich wird es auf genau jene drei Menschen ankommen, die derzeit irgendwo in einer Krabbelstube davon träumen, Astronaut zu werden, wenn sie groß sind.

Österreichs Austronaut Franz Viehböck im Interview dazu: "Natürlich, die drei Glücklichen, die 2031 zum Mars fliegen dürfen, sind jetzt schon auf der Welt. Ich werde dann 70 sein und leider nicht mehr infrage kommen. Obwohl ich mich sofort melden würde zu so einem Flug, wenn das Risiko abschätzbar ist. Ich war damals, 1991, nur acht Tage im All, aber ich weiß, dass Freizeitbeschäftigung auch für Astronauten sehr wichtig ist. Ich habe meine Freizeit damals damit verbracht, die Erde und Sonnenaufgänge zu beobachten. Das würde man natürlich bei einer zweijährigen Reise irgendwann nicht mehr tun. Wir hatten aber auch Internetzugang, konnten Musik hören und Videos anschauen. Und dann waren da natürlich noch sportliche Aktivitäten wie der Expander und das Ergometer-Fahrrad, die in der Schwerelosigkeit für die Muskeln sehr wichtig sind."

Prototyp eines aufblasbaren Zeltes, das auf Mond oder Mars verwendet werden könnte
Picture by NASA

Filme, Musik, elektronische Bücher die werden bestimmt auch bei Mars 2031 mit an Bord sein. Mit dem Internet wird es bei dieser Reise aber schwierig, dauert doch das Übertragen eines Funkspruchs vom Mars zur Erde bereits 15 Minuten.

Was Franz Viehböck auf so eine Reise zu den Sternen sofort als Erstes einpacken würde: "Ein Klavier. Oder zumindest ein kleines Keyboard. Das wäre großartig!" – Und vermutlich Kopfhörer, damit die Astronauten-Kollegen nicht schon vom Üben wahnsinnig werden...


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© Eine Reportage von T. Micke (30-12-07) – Kontakt