Die Nachlese

Reportagen und Berichte mit der Keyword-Search suchen... Gegründet 1999 als "Die Nachlese"

ARCHIV INDEX
- Servus-Magazin

- Abenteuer/Reise
- Allgemeinwissen
- Astronomie/Weltall
- Forschung/Hitech
- Fun Stuff/Verrücktes
- Gesund/Umwelt
- Historisches/Antike
- Hobby/Kochen
- Pflanzen/Tiere
- Politik/Wirtschaft
- Sport/Extremsport
- Testautos/Autotests

- Fotos/Bild-Archiv

Translation

Traduction


- Weltbildung-Weblog
- Coole Surftipps
- Über Welt-Bildung
- FAQs/Leserbriefe
- Home/Startseite


Hightech-Helikopter von Agusta: Fliegende Festung für den US-Präsidenten

Ein neues Spielzeug für George Bush: Seine alten "Marine One"-Hubschrauber haben ausgedient, das neue fliegende Super-Büro kommt aus Europa – ausgestattet mit allem, was des Präsidenten Herz begehrt.



Die neue Marine One des US-Präsidenten kommt von Agusta Westland auf Basis der EH101
Picture by Agusta-Westland

Wenn George Bush in die Luft geht, dann tut er das entweder mit der berühmten, aus zahlreichen Action-Filmen bekannten Präsidenten-Maschine "Airforce One" – einer umgebauten Boeing 747 – oder mit seinem Helikopter Marine One, der im Gegensatz zum Super-Jumbo den Vorteil hat, dass er auf dem Rasen vor dem Weißen Haus und auf jedem Flugzeugträger der US-Navy landen kann.

Der alte amerikanische "Sikorsky Sea King"-Hubschrauber aus den 70er Jahren hat als fliegende Staatskarosse bald ausgedient. Jetzt muss ein modernerer her, der – so die US-Airforce – "den Anforderungen des Präsidenten in einer Welt nach den Anschlägen vom 11. September entspricht". Interessant dabei ist, dass die Wahl nicht, wie sonst im überpatriotischen Amerika üblich, auf ein reinrassiges US-Produkt gefallen ist. Die insgesamt 23 neuen "Marine One"-Maschinen für den Präsidenten und seinen Stab haben diesmal ein europäisches Stammhaus, auch wenn sie in den USA produziert werden. Italiens Hubschrauber-Schmiede Agusta zeichnet für die äußerst zuverlässige und sichere "EH101" verantwortlich, die in Amerika von Agusta-Westland unter der Bezeichnung "US101" gebaut wird.

Das neue Wohnzimmer des US-Präsidenten an Bord von US101: Goldene Wasserhähne und High-Tech-Kommunikation
Picture by Agusta-Westland

Der neue Präsidenten-Hubschrauber verfügt standardmäßig über fünf faltbare Rotorblätter aus superleichten Titan-Legierungen von jeweils fast sechs Meter Länge und drei unabhängige Triebwerke, die für höhere Leistung zusammengeschaltet werden können, aber bei Schäden auch einzeln in der Lage sind, die Maschine zu halten. Jedes dieser Aggregate leistet 2520 Wellen-PS (eine spezielle Luftfahrt-Maßeinheit). Die US101 hat eine Tragkraft von knapp sechs Tonnen, geht 309 km/h schnell und schafft dabei eine Maximal-Distanz von mehr als 2000 Kilometern. Selbstverständlich wird die Präsidentenmaschine auch in der Luft betankbar sein, und jeder der drei Motoren hat aus Sicherheitsgründen einen eigenen Treibstoffbehälter.

Die persönlich für den Präsidenten gedachte "Marine One" soll als fliegendes "Oval Office" einsetzbar, also neben allem erdenklichen Luxus auch mit modernster Kommunikation ausgestattet sein. Gesichertes Internet, Satelliten-TV und mehrere verschlüsselte rote Telefone für Konferenzgespräche sind Standard.

Die US-Rüstungsfirma Lockheed-Martin wird "Marine One" bis zur Auslieferung der ersten Exemplare im Jahr 2009 in eine beinahe unsinkbare Festung verwandeln, denn er soll auch im Ernstfall für schnelle Evakuierungen in Washington von bis zu 30 hochrangigen Passagieren einsetzbar sein. Obwohl die genaue Konfiguration "top secret" ist, ist durchgesickert, dass die Maschine über das neueste Laser-Abwehrsystem verfügen wird, das angreifende Raketen erkennt und im Flug mit einem gezielten Schuss zerstört. Außerdem können wärmegesteuerte Angreifer-Raketen mithilfe von zielgerichteten Infrarot-Gegenmaßnahmen sowie funkgesteuerte Projektile mittels starker Störsender in die Irre gelenkt werden. Zusätzlich lässt sich der Hubschrauber in kürzester Zeit mit Luft-Boden-Raketen sowie mit Maschinengewehren ausstatten, die keinen toten Winkel offen lassen und den Hubschrauber von allen Seiten abdecken.

Sowohl als Oval Office für den US-Präsidenten, als auch zur Evakuierung gedacht: Die EH101 als Nachfolger der Sea King
Picture by Agusta-Westland

Gesamtkosten einer dieser 23 bestellten "fliegenden Festungen": unglaubliche 110 Millionen US-Dollar. Einziger Wermutstropfen für den machtverliebten Texaner George Bush: Er wird das neue High-Tech-"Spielzeug" nicht mehr wirklich miterleben. Seine Amtszeit ist 2008 endgültig vorbei...


< Zurück zu Forschung/Hitech

© Eine Reportage von T. Micke (31-07-05) – Kontakt