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Die Vereinigten Arabischen Emirate stehen demnächst "unter österreichischer Luftraumüberwachung": 80 drei Meter lange Minihubschrauber zum Stückpreis von mehr als einer Million Euro hat Khalifa II., Scheich von Abu Dhabi, vor kurzem bei der Wiener Firma Schiebel bestellt, die bisher hauptsächlich als Weltmarktführer für Minensuchgeräte international bekannt war.
Diese "Camcopter" können bis zu 220 km/h schnell und 6 Stunden lang in bis zu 5500 Meter Höhe fliegen und ein Maximalgewicht von 100 Kilo tragen. Das wirklich Besondere ist aber, dass sie dazu keinen Piloten benötigen. Auch keinen, der vom Boden aus fernsteuert. Die Mini-Hubschrauber müssen nur mit den Eckdaten des Zielorts gefüttert werden. Den Rest - inklusive Start, Landung und der Einhaltung von Flugverbotszonen - erledigt der schlaue Heli-Roboter von allein.
Solche beim Militär "Drohnen" genannten selbständigen und daher risikofreien Fluggeräte gibt es als Mini-Flugzeuge speziell bei der US-Armee zu Spionagezwecken reichlich, aber so gut wie keine, die auf kleinstem Raum ohne Startbahn - sogar auf fahrenden Schiffen - senkrecht abheben und landen können.
Scheich Khalifa wird seine 80 Heli-Drohnen mit hochauflösenden 20-Kilo-Kameras bestücken und sie an den schwer überblickbaren Wüstengrenzen zu den Nachbar-Emiraten "patroullieren" lassen. Dann genügt ein Computerprogramm, das unbekannte Objekte registriert, und ein Mitarbeiter vor den Monitoren in der Zentrale, um Alarm zu schlagen.
Firmenchef Hans Georg Schiebel und sein Team haben bei der Konstruktion des Heli-Roboters offenbar ein goldenes Hi-Tech-Händchen bewiesen: Nicht nur, dass man einen alten Wankelmotor der mittlerweile Pleite gegangenen britischen Motorradschmiede Norton zu einem kompakten, fast vibrationsfreien Spitzentriebwerk mit 55 PS weiterentwickeln ließ, man ergatterte auch noch mit der schnittigen Optik des "Camcopters" mehrere internationale Designer-Preise und schaffte es damit sogar in die Dauer-Ausstellung des New Yorker Museum of Modern Art.
Jetzt arbeitet die Wiener Firma an einer Zulassung der Heli-Roboter für den zivilen Luftraum, wo neben Lawinensprengungen und Katastrophen-Einsätzen speziell die Überwachung von Öl-Pipelines interessant ist. Denn die Verluste durch beschädigte Leitungen betragen jährlich viele Millionen Euro. Die im Vergleich zu menschlichen Suchteams sehr kostengünstigen Heli-Roboter könnten diese Lecks mithilfe von Spezialkameras leicht ausfindig machen.
Aber auch andere, unkonventionelle Nutzungen scheinen für die Drohnen aus Österreich denkbar. So hat der Scheich im Spaß bei Hans Georg Schiebel angefragt, ob man mit den Helikoptern nicht auch seine zahlreichen Kinder "vollautomatisch" in die Schule fliegen lassen könnte...
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