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Flugfrosch: Raumgleiter aus dem Urwald

Ein Frosch, der fliegen kann? Eine seltsame Fortbewegungsart für so ein Tier. Würde ein Außerirdischer die Erde besuchen, käme ihm aber eher der Mensch kurios vor, der eigentlich gar nichts gut kann, außer denken.



Flugfrosch (Rhacophorus Nigropalmatus) in Aktion
Picture by vgs-Verlag/John Downer

Wir bauen Autos, um schnell zu sein wie Geparde, U-Boote, um tauchen zu können wie Delphine, Schiffe, um richtig schwimmen zu können, und Flugzeuge, um zu fliegen. Wir brauchen ein Seil, um sicher zu klettern, einen Mantel gegen die Kälte und haben Gleitschirme konstruiert, um daran hängend vom Berg ins Tal zu schweben.

Würde der Mensch all das "von Natur aus" können, sähe er wahrlich seltsam aus. Er würde vermutlich auf allen vieren laufen, hätte Kiemen und Schwimmhäute wie Kevin Costner im Film "Waterworld", einen torpedoförmigen Körper, dichtes Fell, Saugnäpfe an den Fingern oder einen langen Affenschwanz und – wie dieser Frosch in den Regenwäldern von Malaysia und Borneo – eingebaute Gleitschirme.

Warum die Natur uns nichts davon auf den Weg mitgegeben hat? Weil es für das Überleben des Menschen nicht notwendig war. Unsere Überlebensgarantie ist das Gehirn, mit dessen Hilfe wir "seit wir denken können "die Tricks der Evolution von allen anderen uns körperlich überlegenen Lebewesen abkupfern.

Dieser wenige Zentimeter große Frosch mit dem mächtigen Namen Rhacophorus nigropalmatus, der in den Urwäldern Asiens hoch oben in den Bäumen lebt, musste im Laufe der Evolution einen anderen Weg finden, um ein Überleben zu garantieren.

Mit Hilfe seiner riesigen Schwimmhäute, die er wie Regenschirme aufspannt, segelt er nach einem gewaltigen Satz aus den Wipfeln bis zu 50 Meter weit zu Boden. Dadurch kann er Feinden entwischen, Insekten im Flug schnappen oder in der Brutzeit zu seiner Angebeteten im Nachbarbaum schweben. Dass er dabei auch wie ein Gleitschirmpilot lenken kann und einen flachen Landeanflug samt sanftem Bauchfleck zuwege bringt, davon kann man sich übrigens im Zoo von Budapest überzeugen.

Und, wer weiß, vielleicht leiht sich die NASA ja einmal die Technik dieses Fröschleins aus, um eine energiesparende Multifunktions-Landefähre für den Mars zu konstruieren.

Großartige Fotos von fliegenden Fröschen, Rad schlagenden Raupen und tanzenden Hermelinen findet man auf 156 Seiten im Buch "Fantastisches Tierreich" (ISBN 3-8025-1480-7) von John Downer, erschienen im Verlag vgs.


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© Eine Reportage von T. Micke (09-06-02) – Kontakt