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Stein-Wasser: Kann Leitungswasser heilen?

Edelsteine im Wasserkrug: Der heurige Sommer-Trend sieht nicht nur schön aus, er soll auch das Wohlbefinden steigern. Was ist dran an der Wirkung von "belebtem" Wasser?



Gebirgsbach in den steirischen Alpen
Picture by T. Micke

Wenn die Hitze drückend ist, wie so oft in diesem Sommer, dann ist für viele Menschen Wasser der allerbeste Durstlöscher. Dann nützt es gar nichts, wenn in der Fernsehwerbung für picksüße Softdrinks im Hintergrund suggestiv der Wasserfall rauscht oder klirrende Eiswürfel in die künstlich-gelbe Limonade purzeln. Klares Wasser schlägt sie alle: nicht süß, nicht salzig, keine Kalorien, einfach nur erfrischend.

In immer mehr Büros und auf Wohnzimmertischen sieht man dieser Tage mit Wasser gefüllte Glaskaraffen stehen, in denen es farbenprächtig und verführerisch funkelt. Halbedelsteine in schlichtem Leitungswasser: Geradezu magnetisch wirkt diese Kombination, sogar auf bekennende Wasser-Muffel und notorische Wenigtrinker. Aber warum?

Sagt uns unser Unterbewusstsein, dass da etwas wirklich Gesundes vor uns steht, obwohl bisher keine glaubwürdige Studie belegt, dass Amethyst, Bergkristall und Rosenquarz die ihnen nachgesagten positiven Eigenschaften auf Wasser übertragen können?

Die Betriebsanleitung für das In-Getränk "Stein-Wasser", die man bei Edelstein-Verkäufern mitgeliefert bekommt, klingt jedenfalls wie ein medizinischer Beipacktext: "Die Steine einmal im Monat im Freien in der Sonne aufladen, diese dann in einen Krug mit Wasser geben und ein paar Stunden wirken lassen. Den Krug nie ganz leer trinken, sodass die Steine immer bedeckt sind. Beim Nachfüllen von frischem Wasser vor dem Trinken ein paar Minuten warten und die Steine unter fließendem Wasser regelmäßig wieder entladen..."

Edelstein Bergkristall
Picture by T. Micke

Sind Edelsteine Akkus für eine der Wissenschaft noch unbekannte, heilende Energie, und ist Wasser, dessen Eigenschaften noch längst nicht alle geklärt sind, das ideale Transportmittel dafür? Keine Frage, Wasser trinken, besonders wenn die Sommerhitze dem Körper mehr als sonst Flüssigkeit entzieht, ist gesund, und zwei Liter am Tag sollten für jeden Menschen selbstverständlich sein. Aber hat so genanntes "energetisch hochwertiges" oder "dynamisiertes" oder "belebtes" Wasser wirklich Heilkräfte?

Wer das behauptet, wird schnell in die Esoterik-Ecke oder gar ins Reich der Scharlatane abgeschoben. Ein Besuch bei Prof. Herbert Klima im Atominstitut der TU Wien, der sich mit so genannten "Biophotonen" in lebenden Zellen beschäftigt, würde allerdings auch Skeptiker nachdenklich machen: "Dort hat man Versuche mit Wasser gemacht, das vorher mit Sauerstoff "begast" und mit einem speziellen Mixer (nach dem deutschen Ingenieur Wilfried Hacheney) verquirlt bzw. "beschleunigt" wurde. Sojabohnen-Keime wurden damit gewässert und ihre Biophotonen-Eigenschaften mit Keimlingen verglichen, die mit demselben, aber unbehandelten Wasser gegossen wurden.

Biophysiker Klima im Interview: "Wir haben Hinweise gefunden, dass es da wirklich Unterschiede gibt. Wir haben dieses Wasser auch Versuchspersonen zu trinken gegeben und nachweislich Unterschiede im Verhalten ihres Pulses festgestellt." Bei der Bewertung der Ergebnisse ist der Physiker aber vorsichtig: "Nur so viel: Es wäre sehr empfehlenswert, da einmal groß angelegte Untersuchungen zu machen..."

Ganzheitsmediziner Dr. Michael Ehrenberger erklärt den Informationsgehalt von Wasser
Picture by T. Micke

Ganzheitsmediziner Dr. Michael Ehrenberger (bekannt von der TV-Sendung Vertrauensarzt auf ATV) geht mit seinen Erklärungsversuchen um mögliche Heilkräfte von Wasser und Steinen ein Stück weiter: "Jedes noch so kleine System reagiert auf Information, die ihm zugeführt wird. Form, Farbe und Licht können da durchaus eine Rolle spielen. Es gibt Ärzte, die sehr erfolgreich mit Farb- und Steintherapien, zum Beispiel bei der Behandlung von Schmerzen, sind, ohne, dass es dafür wirklich wissenschaftliche Erklärungen gibt. Und das Verbinden heilender Eigenschaften mit Farben und Steinen hat schon in der indischen Ayurveda-Heilkunst uralte Tradition. Es kann also gut sein, dass sich durch das Trinken dieses ,Stein-Wassers' eine positive Wirkung einstellt."


Dr. Ehrenberger weiter: "Wasser ist zwar unser Haupt-Lebenselement wir bestehen selbst zu 70 Prozent daraus aber wir wissen eigentlich sehr wenig darüber. Die Physik, die uns auf der Uni gelehrt wurde, reicht nicht aus, um das Phänomen ,Leben' zu erklären."

Ein anderer durchaus denkbarer Ansatz: Das intensive, unterbewusste Befassen mit den persönlichen Zipperlein von Kopfschmerzen bis Magenweh bei jedem Schluck aus dem Wasserglas und die Überzeugung, dem Körper damit etwas Gutes zu tun, könnten allein schon viel zum Wohlbefinden beitragen. Der so genannte Placebo-Effekt.

Jene Kollegin jedenfalls, die bisher in unserer Redaktion leidenschaftlich und eindeutig zu viele beflügelnde Energy-Drinks während der Arbeit schlürfte und diesen Sommer auf "Edelstein-Wasser" umgestiegen ist, konnte ihr Wohlbefinden deutlich steigern...


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© Eine Reportage von T. Micke (22-08-04) – Kontakt