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Reise an die Makarska Riviera: Obelix im Urlaubsglück



Feiner Bade-Kiesstrand auf der kroatischen Insel Brac
Picture by T. Micke

Kroatiens Riviera-Küste und die Inseln Brac und Hvar laden im Herbst zum Sonnetanken und Sporteln ein. Wer will, kann auch nach Herzenslust Steine klopfen gehen...

Steine, so weit das Auge reicht! Im Laufe der Jahrhunderte haben die Inselbewohner von Brac und Hvar sie mit bloßen Händen zu unzähligen Häufchen zusammengetragen. Was sich nicht zu Begrenzungsmauern für Weiden und Weingärten und Häuserfassaden verarbeiten ließ, stapelte man einfach irgendwo, sodass das Landesinnere der Inseln abseits der asphaltierten Straße wie ein riesiges Labyrinth für Schafe und Ziegen aussieht.

Steinmetz-Schule im Örtchen Pucica auf der Insel Brac
Picture by T. Micke

So sehr die Steine ein Fluch waren und sind für die Landwirte, die bis heute zwischen ihnen Weintrauben, Oliven und Feigen anzubauen versuchen, so sehr sind sie auch seit mehr als 2000 Jahren ein Segen. Denn mit dem weißen, marmorartigen Kalkstein der Insel Brac ließ nicht nur der römische Kaiser Diokletian seinen prunkvollen Palast in Split, der Provinzmetropole Mitteldalmatiens, bauen, der heute zum Weltkulturerbe gehört. Auch Teile der Wiener Hofburg und angeblich sogar des Weißen Hauses in Washington stammen aus den Traditionssteinbrüchen an der Makarska-Riviera, wo jährlich mehr als 20.000 Kubikmeter des begehrten Baumaterials abgebaut werden.

Brac, ein echtes Paradies für Steine-Freaks. Man stelle sich vor: Hinkelsteine aus schlohweißem Kalkstein mit feinen Muscheleinschlüssen hätte sich Obelix von dalmatinischen Steinmetzmeistern hauen lassen können, wären er und Asterix auf ihren Abenteuern im Römischen Reich je hier gelandet. Und auch heute noch hat sich eine Steinmetzschule im Örtchen Pucica der traditionellen römischen Steinbearbeitungstechnik verschrieben. Rund 40 junge Burschen lassen sich dort jedes Jahr von der mühseligen Kunst, nur mit Hammer und Meißel eine ebene Tischplatte zu klopfen, bis zur Schaffung wahrer Kunstwerke wie mannshohe Stein-Löwen, führen.

Das idyllische Städtchen Hvar mit gotischen Palästen
Picture by T. Micke

Ansonsten sind Brac und die Nachbarinsel Hvar aber im Sommer und jetzt im Herbst fest in Touristenhand. Traumhaft klar ist hier das Adria-Wasser dank der Kiesstrände, für die man zwar Strandschuhe braucht, aber dafür nicht mit feinem Sand in allen Poren kämpfen muss.

Yachtbesitzer aus aller Welt schätzen die Inselwelt vor dem idyllischen mittelalterlichen Städtchen Hvar, das mit seinen gotischen Palästen und der alten Stadtmauer aus dem 13. Jahrhundert einen Hauch von Venedig versprüht. Rundherum laden kleine Strände zum Baden ein, die man allerdings besser mit einem Boot erreicht, und das reichhaltige Fisch- und Muschelangebot wird zum örtlichen Wein serviert.

Gemütliche Badeorte an der Makarska-Riviera vor dem Biokov-Gebirge
Picture by T. Micke

Wer plant, die beschaulichere, aber ebenso sonnige Nachsaison an Kroatiens malerischer 60 Kilometer langen Makarska-Riviera mit dem Biokov-Gebirge im Hintergrund zu verbringen oder von Österreich aus via Charter direkt die vorgelagerte Insel Brac anfliegt, sollte bei der Auswahl des Quartiers genau recherchieren. Viele der 4-Stern-Hotels versprühen trotz Renovierung und mitteleuropäischer Preise noch den muffigen Katakomben-Charme der Ostblock-Architekten. Einzelne Hotels und viele der Privatunterkünfte sind aber nach westlichem Standard und mitunter sehr gemütlich eingerichtet.

Die Riviera-Küste um Makarska und das beschauliche Badeörtchen Baska Voda bieten auch einiges für Aktiv-Urlauber. Abgesehen vom Mistral, der pünktlich jeden Nachmittag für ausgezeichnete Surf- und Segelbedingungen sorgt, lässt es sich im Biokov-Gebirge, das mit dem 1762 Meter hohen Sveti Jure, eine imposante, im Frühjahr sogar schneebedeckte Skyline liefert, hervorragend wandern und mountainbiken. Die örtlichen Touristiker haben sich dafür extra die Routenbeschilderungen in Tirol abgeschaut.

Frischer Fisch vom Grill an der Makarska Riviera
Picture by T. Micke

Als Geheimtipp zu erwähnen ist ein kleines, heurigenartiges Lokal mit herrlicher Aussicht im Sieben-Einwohner-Nest Topici an den Hängen des Biokov, wo man die lokale Spezialität "Peka" kosten kann: Lamm-, Schweine- und Hühnerfleisch werden mit Kartoffeln und Gewürzen unter einem schweren, mit glühenden Kohlen bedeckten Eisendeckel mehrere Stunden lang auf traditionelle Art gegart. Ein Festschmaus, allerdings nur, wenn man Lamm wirklich gern mag...


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© Eine Reportage von T. Micke (19-09-04) – Kontakt