Die Nachlese

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Computerschmuck: Der allwissende Armreif

Schneller, kleiner und bald auch immer schöner werden Computer und andere elektronische Alltags-Helferlein. Der "verkabelte Mensch" der Zukunft muss nicht wie ein Roboter aussehen.



Armreif-Studie mit Taschenrechner, Internet und Telefon von Irina Thoss
Picture by Heinz Nixdorf Museum

Wenn im aktuellen Streifen "Matrix Reloaded" Neo, Orpheus und Co. auf der Jagd nach dem Schlüsselmeister sind, kann man jeden ihrer Schritte im Mutterschiff auf einem Monitor verfolgen. Mehr noch: Der Gesundheitszustand der übermenschlichen Faustkampf-Philosophen ist transparent wie die Formel-1-Autos der Schumi-Brüder.

Keine Utopie mehr auch für den Menschen, denn längst schon arbeitet man in diversen Techniklabors an der Gesundheitsjacke für chronisch Kranke, die regelmäßig und vollautomatisch Puls, Blutdruck und Körpertemperatur misst und die benötigten Medikamente in der richtigen Dosierung gleich über die Haut "impft", die all diese Daten für den nächsten Arztbesuch speichert und dann im Ernstfall den Rettungswagen via Satellitenpeilung inklusive einer mitgelieferten Diagnose zur möglicherweise lebensrettenden Erstbehandlung an die richtige Adresse führt.

Jacke mit eingebautem MP3-Player
Picture by Heinz Nixdorf Museum

Bei der so genannten "Wearable"-Modenschau im Heinz Nixdorf Museumsforum im deutschen Paderborn waren dieser Tage solche Zukunftsvisionen zu sehen: "Einfache" Westen mit eingebautem MP3-Abspielgerät und Bedienungstastatur am Ärmel, raffinierte Draht-Textilien, die aus der abgeführten Körperwärme des Menschen Strom für Mikro-Computer erzeugen können, eine "Touristen-Jacke" mit integriertem Navigationssystem und Mobiltelefon sowie die Aufsehen erregende Arbeit der Design-Studentin Irina Thoss von der Universität Weimar, die einen etwas anderen Weg einschlug: Sie präsentierte die Studie einer zu edlem Schmuck verarbeiteten Handy-Freisprecheinrichtung sowie einen Armreif-Taschencomputer, der Internet-Zugang, Handy und Adressverzeichnis beherbergen könnte und dessen Schmuckperlen gleichzeitig ganz bequem als Tastatur zu bedienen sind.

Bluetooth-Freisprecheinrichtung mit Schmuckperlen und Techno-Armband von Irina Thoss
Picture by Heinz Nixdorf Museum

Uni-Professorin Jacqueline Otten erklärt die Arbeit ihres Schützlings: "Ich bin mir sicher, dass der Trend nicht in Richtung dieser ,einfachen Funktionsbekleidung' gehen wird, es sei denn, es betrifft rein das Thema Gesundheit und das Sammeln von Körperfunktionsdaten. Solche ,Techno-Jacken' müssen ja auch gewaschen werden, und wenn der Schnitt nicht mehr in Mode ist, soll man dann auch gleich den MP3-Player zur Altkleidersammlung geben? Uhr, Armband, Ohrring, Krawatte, Brille solche Accessoires eignen sich viel eher dazu, in Zukunft Technik unauffällig zu beherbergen. Sie sind modisch austauschbar, und man kann sich dem jeweiligen Anlass entsprechend ,ausrüsten'." In seltenen Fällen, wie beim eleganten Ohr-Hörer der Design-Studentin, lassen sich Ursache und Wirkung auch umdrehen, und ein reines Funktionsobjekt wird zum neuen modischen Accessoire.

Sie wollen gar nicht in Zukunft wie Robocop und Terminator verkabelt als wandelnde Multimedia-Einheit durch die Gegend laufen? Kein Problem, auch das technische Gegenstück wurde bei der Modenschau schon vorgestellt: eine Schutzjacke gegen Elektrosmog...


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© Eine Reportage von T. Micke (01-06-03) – Kontakt