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Ausgerechnet Bananen! Und ausgerechnet ein japanischer Architektur-Professor, der daraus die Wunder-Pflanze schlechthin machen will.
Sagenhafte 58 Millionen Tonnen Bananen werden laut UNO-Organisation FAO jährlich weltweit produziert. Dabei fallen etwa eine Milliarde Tonnen Bio-Abfall an, der auf den Plantagen nutzlos verrottet: Strünke und faserige Stämme, die übrig bleiben, wenn die Pflanze nach der Ernte umgeschnitten wird, damit an ihrer Basis ein neuer Spross wachsen kann, der nach drei bis sechs Monaten schon wieder Früchte trägt.
Unter den 129 Export-Staaten finden sich viele der ärmsten Länder der Welt. Den Menschen dort irgendwie unter die Arme zu greifen war vorderstes Ziel von Prof. Hiroshi Morishima, der sich bisher eher hobbymäßig mit der uralten japanischen Tradition des Papiermachens beschäftigte. Bei der jüngsten Klima-Konferenz in Johannesburg stellte er nun eine Methode vor, mit der mit einfachen Mitteln, ohne elektrischen Strom, ohne Chemie aus Bananen-Abfall hochwertiges Papier hergestellt werden kann.
Die Hilfsorganisation UNESCO sprang sofort auf das zukunftsweisende Projekt auf, und ein gutes Dutzend Entwicklungsstaaten haben mit der Planung begonnen. Denn die Chancen, die sich daraus ergeben, grenzen für diese Länder an ein kleines Wunder.
Prof. Morishima rechnete im Interview vor: "Theoretisch wäre es möglich, weit mehr als die Hälfte der 170 Millionen Tonnen Papier, die derzeit weltweit (vor allem in Europa und den USA) verbraucht werden, aus Bananen-Überresten herzustellen. Was das wiederum für die Bewahrung der tropischen Regenwälder bedeuten würde, von deren umgeschnittenem Holz derzeit rund 40 Prozent zu Papier verarbeitet werden, ist klar. Nicht nur, dass die so gewonnenen hochwertigen Fasern weltweit an Papierfabriken exportiert werden könnten, man würde damit auch die hohe Arbeitslosigkeit am Lande in Staaten wie Indien, Kamerun oder Haiti bekämpfen und in weiterer Folge etwas gegen den Analphabetismus tun, da in vielen dieser Regionen Papier in den Schulen Mangelware und ein teures Luxusgut ist."
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