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Asteroiden: Knapp vorbei ist auch daneben

Die Weltuntergangspropheten werden wieder jammern: Ein 500 Meter großer Asteroid zischt heute "knapp" an der Erde vorbei. Hat der Mensch bloß mehr Glück als die Dinosaurier oder ist ein Einschlag nur eine Frage der Zeit?



Augenblick des Einschalgs eines Asteroiden auf der Erde
Picture by NASA

Eigentlich sollten wir für eine kurze Gedenkminute den Hut ziehen, wenn heute, Sonntag, "NY 40", ein Asteroid mit einem Durchmesser von etwa 500 Meter, mit einer Geschwindigkeit von 32.000 km/h etwas außerhalb der Mond-Umlaufbahn an der Erde vorbeizieht. Eine Gedenkminute für unsere Vormieter auf diesem Planeten, die Dinosaurier, denen vor 65 Millionen Jahren ein etwa 10 Kilometer großer Brocken den Garaus gemacht hat.

Durch den gewaltigen Einschlag dieses "großen Bruders" mit einer Sprengkraft von etwa 100 Millionen Megatonnen bei Yukatan (Mexiko) wurde neben den direkten Folgen für die dortigen Lebewesen soviel Schutt und Asche in die Atmosphäre geschleudert, dass sich der Himmel rund um den Globus für Jahre verdunkelte, die Temperaturen um bis zu 40 Grad sanken und ein Massensterben ausgelöst wurde.

Wir Menschen hatten bisher einfach Glück. "Alle eine Million Jahre", erklärt Nasa-Experte David Morrison, "müsste ein Asteroid von zwei Kilometer Durchmesser und einer verheerenden Sprengkraft von einer Million Megatonnen auf Kollisionskurs mit unserem Planeten angeflogen kommen. Außerdem sausen etwa tausend Asteroiden mit einem Durchmesser von einem Kilometer auf mehr oder weniger langen Umlaufbahnen regelmäßig an der Erde vorbei." Und von der Größenordnung des "NY 40", der vergangene Nacht sogar mit einem guten Feldstecher über Europa beobachtet werden konnte, schwirren noch einmal geschätzt eine Million ab und zu durch unseren Weltraum-Vorgarten. Selbst solche "kleinen" Brocken von mehr als 50 Meter, wie zuletzt 1908 in Sibirien einer in unbewohntes Gebiet einschlug, könnten ganze Länder verwüsten.

Asteroiden-Forscher denken derzeit darüber nach, wie man eine solche natürliche Katastrophe abwenden könnte, vorausgesetzt man entdeckt den interstellaren Angreifer rechtzeitig.

Prof. Rudolf Dvorak von der Uni-Sternwarte in Wien: "Noch sind wir technisch nicht soweit, aber in zehn bis zwanzig Jahren, wird man vermutlich in der Lage sein, mit der gezielten Zündung einer Atombombe weit draußen im All einen solchen Asteroiden von seinem gefährlichen Kurs abzubringen. Da genügen schon ein paar Zentimeter Abweichung pro Sekunde."

Bis dahin heißt es abwarten und fleißig beobachten, denn man weiß noch viel zu wenig über die außerirdischen Geschosse. Astronomen haben bisher etwa die Hälfte aller großen, erdnahen Asteroiden (größer als ein Kilometer) entdeckt und ihre Flugbahnen berechnet. Keiner von ihnen stellt eine Bedrohung dar. Und für die anderen, noch unbekannten gibt es eine interessante amerikanische Statistik.

Die Wahrscheinlichkeit ums Leben zu kommen beträgt demnach in den USA durch einen


Autounfall 1 : 100
Elektroschlag 1 : 5000
Flugzeugabsturz 1 : 20.000
Asteroideneinschlag 1 : 20.000
Tornado 1 : 60.000
Insektenstich 1 : 100.000


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© Eine Reportage von T. Micke (18-08-02) – Kontakt