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Asteroiden-Einschlag: Dino-Desaster durch Weltraum-Billard

Jener Weltraum-Felsbrocken, der vor 65 Millionen Jahren das Schicksal der Saurier besiegelte, dürfte schon 100 Millionen Jahre zuvor Kurs auf die Erde genommen haben. Nach einer "gut dosierten" Karambolage im All.



Asteroid Baptistina kollidiert mit einem anderen halb so großen Asteroiden
Picture by Southwest Research Institute/Don Davis

"Das Ende kam an einem gewöhnlichen Nachmittag im Juni. Durch die dichten Bäume merkte sie nichts von der plötzlichen Helligkeit im Süden," beschreibt Bestseller-Autor Douglas Preston in seinem neuesten Archäologie-Thriller "Canyon" wie eine T-Rex-Dame den verheerenden Asteroiden-Einschlag und damit ihre letzten Stunden auf der Erde vor 65 Millionen Jahren erlebt haben könnte: "Das Licht erblühte lautlos und ein helles Glühen stieg in den blassblauen Himmel auf. Der Wald wurde heller, und sie spürte ausstrahlende Hitze an ihrer Seite. Ein Brausen steigerte sich zu einem Dröhnen, und plötzlich bogen sich die Bäume, das scharfe Knacken berstender Baumstämme hallte durch den Wald. Ein greller Lichtblitz fuhr herab, dann noch einer und noch einer, sie explodierten in der verwüsteten Landschaft, bis ein wahrer Feuerregen vom Himmel fiel..."

Dass vor 65 Millionen Jahren ein rund zwölf Kilometer großer Asteroid bei Chicxulub in Mexiko eingeschlagen ist und dadurch ein weltweites Massensterben auslöste, welches das Ende der Dinosaurier bedeutete, gilt heutzutage als sehr wahrscheinlich. Woher dieser riesige Felsbrocken kam, der das Aufkommen des Menschen erst ermöglicht zu haben scheint und wie wahrscheinlich uns ein ähnliches Schicksal wie den Riesenechsen blüht war bis jetzt unklar.

Die US-Weltraumbehörde NASA hat auf ihrer Suche nach Lösungen zur Abwehr tödlicher Asteroiden ein tschechisch-amerikanisches Forschungsprojekt gefördert, das nun mit erstaunlichen Ergebnissen aufwartet: Bei Untersuchungen an den Sternstaub-Trümmern des Asteroidengürtels zwischen Mars und Jupiter, stellten die Forscher um William Bottke vom "Southwest Research Institute" in Colorado/USA fest, dass dort vor rund 160 Millionen Jahren eine heftige Kollision stattgefunden haben muss, bei welcher der damals 170 Kilometer große Asteroid Baptistina mit einem anderen, knapp halb so großen zusammengekracht ist.

Der Einschlag eines Baptistina-Bruchstücks auf unserem Mond vor 108 Millionen Jahren
Picture by Southwest Research Institute/Don Davis

William Bottke im Interview: "In einer riesigen Explosion zerbrach Baptistina in etwa 300 mehr als 10 Kilometer große und 140.000 mehr als einen Kilometer große Brocken. Der Hauptasteroid ist heute nur mehr 40 Kilometer groß und kreist mit den meisten seiner Bruchstücke noch immer im Asteroidengürtel um die Sonne. Ein Teil ist dabei allerdings ins innere Sonnensystem geraten. Und unseren Berechnungen nach war es nur eine Frage der Zeit, wann die Erde von einem der Trümmer getroffen wird."

So scheint es, dass das Schicksal der Dinos schon zu einer Zeit besiegelt war, als die ältesten Vorfahren des T-Rex gerade einmal von der Evoulution ausgebrütet wurden und das Gesicht der Erde noch vom Superkontinent Pangäa geprägt wurde.

Spektakulär: Der vor 108 Millionen Jahren entstandene Tycho-Krater auf dem Mond hängt mit dem Verschwinden der Dinosaurier zusammen
Picture by Lunar and Planetary Institute

Auch unser Mond dürfte von diesem "Weltraum-Billard in Super-Zeitlupe" nicht verschont geblieben sein. Bei klarer Sicht schon mit bloßem Auge erkennbar ist der mehr als vier Kilometer tiefe, wie eine Sonne über mehr als 1000 Kilometer auf der Mondoberfläche "strahlende" Krater "Tycho" (siehe Foto) auf der Südhalbkugel des Erdtrabanten. William Bottke: "Dieser Einschlag ist vor etwa 108 Millionen Jahren passiert. Die Wahrscheinlichkeit, dass hier ebenfalls ein ,Baptistina-Splitter' gewissermaßen als Vorbote für die Erde eingeschlagen ist, liegt bei 70 Prozent."


Erfreulich für uns Menschen laut dem US-Astronomen: "Wir befinden uns jetzt gewissermaßen im abklingenden Finale dieser ,Billard-Partie', die vor 100 Millionen Jahren ihren Höhepunkt hatte."


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© Eine Reportage von T. Micke (23-09-07) – Kontakt