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Man in Black: Der Alien-Jäger der NASA

Ein einziger Mann schützt unseren Planeten vor außerirdischen Lebewesen. Und er hat wirklich alle Hände voll zu tun



John Rummels Visitenkarte
Picture by John Rummel/NASA

Wenn Dr. John Rummel für den Fotografen posiert und symbolisch mit erhobener Hand vermeintliche Außerirdische aufhält, dann nimmt man ihm die Rolle des Alien-Jägers á la Tommy Lee Jones im Actionstreifen "Men in Black" beinahe ab. Allerdings steht auf Rummels Visitenkarte nicht das nichtssagende Kürzel "MIB", sondern "Planetary Protection Officer". Und wenn die Außerirdischen Englisch können, dann sind sie davon sicher eher beeindruckt.

Dr. Rummel wurde von der NASA abgestellt, um die Erde vor außerirdischen Lebensformen zu schützen. Nicht so sehr vor grünen Männchen und galaktischen Riesenschleimkraken, aber wenn die uns plötzlich besuchen würden, stünde er bestimmt im Begrüßungskommitee.

John Rummel vor Spacecenter
Picture by John Rummel/NASA

Wonach der NASA-Forscher wirklich Ausschau hält, sind Mikro-Organismen. Exotische, außerirdische Kleinst-Lebewesen, die es auf dem Anzug eines Astronauten oder Huckepack via Komet bis zur Erde schaffen könnten und dann nicht nur helle Begeisterung auslösen würden, weil wir endlich wüssten, dass wir nicht allein im Universum sind. So ein Mini-Alien könnte auch eine gewaltige Bedrohung für uns bedeuten. Dann nämlich, wenn er irdisches Leben angreift, sich schnell verbreiten und anpassen kann. Wie gefährlich das ist, sieht man schon an AIDS-, Ebola- oder Vogelgrippe-Viren.

Obwohl es noch nicht einmal sichere Beweise für außerirdisches Leben gibt, hat Alien-Polizist Rummel alle Hände voll zu tun. Zum einen kontrolliert er auch, dass NASA-Missionen wie die der Rover "Spirit" und "Opportunity" keine Erden-Keime auf unseren Nachbar-Planeten bringen. Zum anderen darf man nicht vergessen, dass jährlich circa 40 Kilo Gestein allein vom Mars als Mini-Meteoriten auf die Erde prasselt. In einem dieser Trümmer fand man bereits winzige Teile, die versteinerte Bakterien sein könnten.

Im Zuge von Präsident Bushs jüngster Weltrauminitiative zur bemannten Erkundung unseres Sonnensystems, soll in den nächsten Jahren auch eine Mission zum Mars starten, die Gesteinsproben zurück zur Erde bringt. Dr. John Rummel im Interview: "Auf der Suche nach außerirdischem Leben können wir hier unten Tests machen, die mit unseren Rovern und dem leider gescheiterten europäischen Roboter 'Beagle 2' auf dem Mars nicht möglich sind. Allerdings ist das Holen einer solchen Probe von unserem Nachbarplaneten nicht nur mit dem bereits erwähnten biologischen Risiko verbunden, sondern auch technisch so aufwändig, dass wir den Start des Projekts bereits um Jahre verschieben mussten."

Barry DiGregorio und Gilbert Levine mit Kollegin
Picture by Barry DiGregorio

Für russisches Roulette hält dieses Projekt eine Experten-Front, die sich in den USA gebildet hat. Unter ihnen Dr. Gilbert Levin, der mit der Auswertung der Viking-Marsmissionen von 1976 betraut war und der New Yorker Wissenschaftsjournalist Barry DiGregorio: "Eine solche Marsprobe müsste man auf der Erde mindestens wie ein rohes Ei gefüllt mit Anthrax oder Ebola-Viren behandeln. Vielleicht ist sie harmlos, aber es ist einfach nicht auszuschließen, dass sie unbekannte, gefährliche Bakterien enthält. Zur Untersuchung müsste man ein Milliarden Dollar teures Hochsicherheitslabor bauen. Aber davon will man bei der NASA nichts wissen. Die haben ja auch damals die angeblichen Quarantäne-Container für die Apollo-Astronauten nach den Mondmissionen nur zur Show für die Medien aufgestellt..."

Alien-Jäger Dr. John Rummel hat also auch ohne richtige Aliens bereits genug Arbeit. Aber vielleicht erlebt er wenigstens noch den Tag, an dem die NASA seinen Ein-Mann-Job zu einer kompletten Abteilung wie bei "Men in Black" aufrüstet.


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© Eine Reportage von T. Micke (08-02-04) – Kontakt