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Airbus A380: Der Welt größtes Passagierflugzeug aller Zeiten



Airbus A380 Querschnitt
Picture by Airbus Industries

Nicht nur größer, leiser und billiger: Der neue Super-Jumbojet A 380 soll alles bisherige im Bereich der Passagierflugzeuge in den Schatten stellen. Auch Österreich darf auf den schärfsten Konkurrenten der Boeing 747 stolz sein.

Der neue Herrscher der Lüfte macht kurzen Prozess mit dem alten: Der Airbus A380 bringt mehr Passagiere noch komfortabler über eine größere Distanz ans Ziel, verbraucht dabei deutlich weniger Sprit und ist im Betrieb billiger, umweltfreundlicher und leiser.

Airbus A380 Economy Class
Picture by Airbus Industries

Unglaubliche 36 Jahre hielt Boeing mit seinem 747-Jumbojet das Monopol in der Königsklasse der Großraumflieger. Ein Kinderspiel, einen so alten Regenten mit einem jungen Prinzen vom Thron zu stoßen, sollte man meinen. Aber so einfach ist die Sache nicht im Reich der größten und mit Millionen Puzzleteilen komplexesten Maschinen, die je von Menschen gebaut wurden.

Schon Boeing war beim Bau der 747 Risiken eingegangen und musste sich in den 60er Jahren harsche Kritik wegen Größenwahn anhören: Einen solchen fliegenden Elefanten würde niemand kaufen. Tatsächlich war der Jumbo sehr erfolgreich. Und bis heute hatten die USA das größte Stück vom Luftfahrt-Kuchen für sich allein, weil die Konkurrenz die Baukosten für einen solchen Mega-Jet scheute.

Airbus A380 First Class Entwurf
Picture by Airbus Industries

12 Milliarden Euro hat die Entwicklung des A380 verschlungen. Eine Unsumme, die erst wieder zu verdienen ist, und dazu muss der neue Gigant der Lüfte so bestechend sein, dass er die 747 praktisch verdrängt. Denn in dieser Gewichtsklasse lautet der Kampfschrei, um schwarze Zahlen zu schreiben: Es kann nur einen geben! Oder wie Niki Lauda im Interview meint: "Jetzt haben die Amis den Scherben auf. Die dachten, das traut sich keiner."

Bei Boeing verkündet man indes, dass die Zeit der Jumbos vorbei ist und bessert angeblich die 747 nicht mehr nach. Airbus glaubt das Gegenteil und frohlockt: 149 verkaufte Maschinen (Stückpreis 280 Millionen Euro), noch bevor der erste A380 heuer im Frühjahr zu Tests in die Luft geht, seien ein guter Start. Dafür griff Airbus tief in die High-Tech-Kiste, um seinen anfangs ziemlich schweren Brummer so abzuspecken, dass die Versprechen an die Airlines eingehalten werden konnten: statt Nieten Laser-Schweißnähte, Hochdruck-Hydrauliksysteme zur Gewichtsverminderung und, wie Airbus-Sprecher David Voskuhl im Interview mit Begeisterung erklärt: "40 Prozent des A380 sind aus leichten, hochfesten Verbundwerkstoffen wie ,Glare' ein Airbus-Geheimrezept aus Aluminium und Glasfasern, oder Carbon. Zu Letzterem habt ihr Österreicher mit der Firma Fischer ja einiges beigetragen."

"Insgesamt haben österreichische Firmen rund um den A380 Aufträge im Wert von einer Milliarde Euro an Land gezogen", erklärt Dr. Klaus Pseiner, Chef der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft stolz: "Man kann getrost sagen: Ohne uns würde der Vogel nicht fliegen!"

Airbus A380 Bar Entwurf
Picture by Airbus Industries

Trotz gigantischer Maße – der A380 ist mit 79,5 m Spannweite, 560 Tonnen Startgewicht und einer Kapazität von maximal 840 Plätzen das größte Passagierflugzeug aller Zeiten und wird nur noch durch den russischen Transporter Antonov 225 (Spannweite 88 m) und das US-Wasserflugzeug Hughes HK-1 (Spannweite 97 m, im Kinofilm "Aviator" zu sehen) von 1947 übertroffen – sollten große Flughäfen nach kleineren Umbauten kein Problem mit dem Supervogel haben. Lauda: "Er ist schneller in der Luft und braucht weniger Platz zum Landen als die 747." Und: "Was würde so ein Riese nützen, wenn man fünf Parkplätze für zwei Flugzeuge braucht?" Der A380 ist mit seinen Flügeln gerade noch klein genug, und er kann bei späteren Versionen noch ein bisserl verlängert werden.

Ein Größenvergleich des Airbus A380 800 mit der Boeing 747 400 und der russischen Antonov An-225 Cossack

Dann wird der Doppeldecker, der so hoch ist wie ein sechsstöckiges Wohnhaus, für noch mehr Passagiere Platz haben oder für eine Bar mit Springbrunnen zur Luftbefeuchtung, wie Airbus-Designer vorschlagen. Oder, wie auch geplant ist, für ein Krankenabteil und ein Leichenfach für Zwischenfälle sowie eine Gefängniszelle für Randalierer.

Wird Österreich jemals eine solche fliegende Stadt beherbergen? Niki Lauda: "Das trauen sich die bei der AUA nie..."


Der erste Airbus A380 ging nach endloser Verspätung Ende 2007 endlich an Singapore Airlines, den Besteller des ersten europäischen Super-Jumbos, der die Route von London nach Singapur damit befliegt. Die Maschine hat weniger als 480 Sitze, die allerdings in drei Klassen unterteilt, erhöhten Komfort und Platz bieten. Singapores Changi Flughafen wurde um mehr als 50 Millionen Euro auf die neuen Anforderungen umgebaut.


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© Eine Reportage von T. Micke (16-01-05) – Kontakt